CO₂ als Rohstoff für Klebstoffe: BÜHNEN forscht gemeinsam mit dem Fraunhofer IFAM

Kann CO₂ künftig als Rohstoff für leistungsfähige Klebstoffe genutzt werden? Dieser Frage gehen BÜHNEN und das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM im Bremer Forschungsprojekt „CO₂-Adhesive“ nach. Bei einem Besuch bei BÜHNEN informierte sich Bremens Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Dr. Henrike Müller, über den aktuellen Stand des Projekts.

Prof. Dr. Andreas Hartwig
Prof. Dr. Andreas Hartwig (IFAM)

Ziel des Forschungsprojekts ist es, CO₂ nicht ausschließlich als Emission zu betrachten, sondern als Ausgangsstoff für neue Polymere nutzbar zu machen. Dafür wird CO₂ zunächst mit industriell verfügbaren Chemikalien in chemische Bausteine eingebunden und anschließend zu Polymeren weiterverarbeitet. Die entstehenden Materialien werden unter anderem auf ihre Eignung für Klebstoffanwendungen untersucht.

Die bisherigen Forschungsergebnisse sind vielversprechend: Die CO₂-Fixierung konnte bereits bei Atmosphärendruck und einer Temperatur von 130 °C demonstriert werden. Mit einem optimierten Katalysatorsystem wurden dabei Ausbeuten und Selektivitäten von mehr als 90 Prozent erreicht. Im nächsten Schritt steht die praktische Anwendung im Mittelpunkt. Als konkreter Demonstrator wird ein Schmelzklebstoff auf Basis der entwickelten Materialien erarbeitet.

Von der Forschung in die industrielle Anwendung

Während das Fraunhofer IFAM seine wissenschaftliche Expertise in die Entwicklung der neuen Materialien einbringt, beteiligt sich BÜHNEN mit seiner Erfahrung aus der industriellen Klebstofftechnik. Gemeinsam wird untersucht, ob sich die entwickelten Polymere auch unter praxisnahen Bedingungen für Klebstoffanwendungen eignen.

„Für uns ist entscheidend, ob aus einer guten wissenschaftlichen Idee am Ende ein Produkt entsteht, das in der Praxis funktioniert. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Wenn wir CO₂ künftig als Rohstoff für leistungsfähige Klebstoffe nutzen können, wäre das ein wichtiger Schritt zu nachhaltigeren Produkten“, erklärt Jan Hunke, geschäftsführender Gesellschafter der BÜHNEN GmbH & Co. KG.

Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft Dr. Henrike Müller
Dr. Henrike Müller (rechts)

Beim Besuch am BÜHNEN Standort in Bremen erhielten Dr. Henrike Müller und die weiteren Gäste Einblicke in den aktuellen Projektstand und den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in mögliche industrielle Anwendungen.

Forschung in Bremen gemeinsam voranbringen

Das Projekt „Werkstoffdesign für Polymere auf CO₂-Basis – CO₂-Adhesive“ wird im Rahmen des Bremer Programms Angewandte Umweltforschung (AUF) gefördert. Das Programm unterstützt Forschungsprojekte, die neue umweltorientierte Technologien, Produkte und Verfahren entwickeln und deren Überführung in die wirtschaftliche Anwendung vorbereiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen.

Unterstützt wird das Projekt damit auch durch die BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven. Die Förderung schafft einen wichtigen Rahmen dafür, wissenschaftliche Forschung und industrielle Anwendungskompetenz zusammenzubringen und neue technologische Ansätze bis hin zur praktischen Erprobung weiterzuentwickeln.

Für BÜHNEN ist die Beteiligung an „CO₂-Adhesive“ deshalb mehr als ein reines Forschungsprojekt: Sie bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit der Bremer Wissenschaft frühzeitig zu untersuchen, welche neuen Rohstoffkonzepte künftig für industrielle Klebstoffanwendungen relevant werden können.

Dr. Fawaz Al Hussein
v.l.n.r.:Dr. Fawaz Al Hussein (IFAM), Amelie Stahlmann (BÜHNEN)

Projektpartner: Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und BÜHNEN GmbH & Co. KG
Förderung: Bremer Programm Angewandte Umweltforschung (AUF) / BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven