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Fehlersuche im Klebstoff-LaborDer Onlinehandel boomt ungebrochen. Verbunden mit dem Shoppingerlebnis ist der Versand der bestellten Ware. Gerade im Versand von Textilen stellen Folienversandbeutel eine Alternative zu Pappkartons dar. Alle Taschen sind ausgestattet mit mindestens einem praktischen Selbstklebestreifen.

In unserer Geschichte wurden tausende Taschen sicher verschlossen. Doch aus unerklärlichen Gründen kam es plötzlich zu fehlerhaften Verschlüssen. Ein Fall für Amelie „Watson“ Greif und Andreas „Sherlock“ Ditze.

 „An einem trüben grauen Bremer April Morgen klingelte das Telefon im Büro der Produktmanager. Sherlock Ditze übernahm den Anruf. Am Apparat war der BÜHNEN Informant aus dem Außendienst. Aufgeregt startete dieser seinen umfangreichen Bericht….“

So oder so ähnlich könnte unsere Geschichte weitererzählt werden. In dem Fall Versandbeutel mussten sich Andreas Ditze und seine Kollegin Amelie Greif aus dem Labor akribisch wie Detektive auf die Suche nach der Lösung machen.

Tausende von Versandbeuteln konnten beim Kunden gefertigt werden, ohne dass es zu Problemen kam. Diese Versandbeutel werden als Versandverpackung für im Internet bestellte Ware eingesetzt. In unserem Fall gibt es zwei verschiedene Ausführungen: Beutel A ist am längsten im Einsatz und war von der Verklebung her unproblematisch. An Beutel B, welcher später ins Programm kam, erwies sich die Verklebung als unsicher.

„Watson Greif, wir haben mehrere Verdächtige auf unser Liste. Wir werden jeden einzelnen von ihnen genauer unter die Lupe nehmen müssen. Schließen Sie das Labor auf!“ Sherlock Ditze nahm seine Instrumententasche und machte sich auf den Weg in das Anwendungslabor.“

Beide Beutel sind aus dem Kunststoff Polyethylen hergestellt. PE Folien werden häufig Additive zugesetzt: Mit diesen Additiven werden die Eigenschaften der Folien bestimmt. Es lassen sich Folienstärke, Verschweißbarkeit, Steifigkeit oder optisches Aussehen designen. Die genauen Mischungsverhältnisse von Additiven, wie Antistatika, Gleitmittel oder Kreide sind nicht immer bekannt, da häufig die Folien zugekauft werden.

Verdächtiger Nr. 1: Recyclate

Bei dem alten Beutel wurden PE-Recyclate verwendet. Oftmals sind Recyclate die ersten Verdächtigen, wenn eine Verklebung nicht erfolgreich durchgeführt werden kann, da ihre genauen Bestandteile / Mischungsverhältnisse häufig unbekannt sind bzw. sogar innerhalb von Produktionschargen geändert werden können. In diesem Fall konnten die Recyclate als Verdächtige ausgeschlossen werden, da der alte Beutel sich gut verkleben ließ und der neue Beutel (nicht verklebbar) aus hochwertigem PE ohne Recyclate bestand.

„Schließen wir den üblichen Verdächtigen aus. Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache. Welcher steht als nächstes auf unser Liste?“

Verdächtiger Nr. 2: Oberflächenspannung

Die Oberflächenoptik eines Versandbeutels spielt als Werbeträger eine wichtige Rolle. Die beiden Beutel unterscheiden sich durch eine zusätzliche dünne Oberfolie beim älteren Beutel A. Die Oberflächenspannung der beiden Versandtüten wurde mittels Testtinten vergleichend untersucht.

Oberflächenspannung mit Testtinte ermitteln

Generell gilt: Je höher die Oberflächenspannung und damit der Wert der Testtinte (mN/m), desto besser die Benetzung. Eine gute Benetzung ist die Voraussetzung, aber keine Garantie für eine gute Verklebung (Richtwert = 36 mN/m oder größer).

Wie in der Abbildung zu sehen ist, zeigt die Basistüte von Beutel A die höchste Oberflächenspannung und die Überfolie von Beutel A die schlechteste. Der neue Beutel B liegt mit der Oberflächenspannung in der Mitte. Somit ist die Benetzbarkeit der neuen Tüte generell ausreichend für eine Klebung.

In diesem Fall hat die schlechter benetzbare Oberfläche zur besseren Verbundfestigkeit geführt. Dies liegt, wie die Detektive wissen, am Klebstoffsystem: Der eingesetzte Klebstoff ist ein PSA, ein dauerklebriger Schmelzklebstoff, welcher sich hervorragend für Verklebung von niedrigenergetischen Substraten eignet. Umso mysteriöser war das Versagen des Klebstoffes für unsere beiden Experten.

„Höchst seltsam dieser Fall. Die Verdächtigen schienen so deutlich schuldig. Hmmm, wer kommt noch in Frage? Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische obwohl unmöglich unweigerlich richtig.

Verdächtiger Nr. 3: Release-liner

Release-Liner auf VersandtascheGenerell hat sich die Verklebung von Versandbeuteln mittels Haftschmelzklebstoffen bewährt. Die Verwendung von Release-linern bei Versandbeuteln kann die Arbeitszeit auf unter 10 Sekunden pro Beutel reduzieren. Gerade die praktische und schnelle Handhabung der Beutel macht sie so beliebt. Ist der Versandbeutel sogar mit zwei Klebestreifen ausgestattet, kann der Beutel durch den Empfänger bei Bedarf auch für die Retoure verwendet werden.

Release-Liner kurz erklärt

Versandfertig in wenigen Sekunden

Beide Modelle sind mit zwei Haftverschlüssen ausgestattet. Auf der Umschlagsklappe werden zwei Filme Schmelzklebstoff aufgetragen und mit je einem Release-liner abgedeckt.  Den ersten Release-liner entfernt der Versender der gekauften Ware, der zweite kann durch den Käufer bei einer Retoure verwendet werden.

FinatrolleDas Ziel war es, die Klebkraft des eingesetzten BÜHNEN Klebstoffes auf den alten Versandtüten mit der neuen Tüte zu vergleichen. Dazu wurden von beiden Tüten jeweils beide Klebstoffstreifen, auf verschiedenen Untergründen getestet: Zuerst wurde auf Glas geklebt, um einen neutralen ersten Eindruck zu gewinnen, anschließend wurde auf allen drei Folienmaterialien beider Tüten getestet.

Auf den beiden Folien sind auf den Klebstoffstreifen unterschiedliche Release-liner aufgebracht:

  • metallisierten PET- Folie
  • PE

Die Klebestreifen wurden immer durch einmaliges Rollen mit der Finatrolle auf die Untergründe gefügt. Die Ermittlung der 180° Schälwerte erfolgte mittels Druckmessdose direkt nach dem Fügen.

Ergebnis:

Die Schälwerte (in Newton) sind in der Tabelle  zusammengefasst.

Laborergebnisse

Die Klebung auf dem Glas hatte gezeigt, dass der silberne PET Release-liner einen negativen Einfluss auf die Klebkraft hat. Der metallisierte PET Release-liner reduziert die Verbundfestigkeit im Vergleich zu dem durchsichtigen Release-liner signifikant!

Laborergebnisse

Die größten Schälwerte und somit die besten Klebungen wurden mit dem Klebstoff vom neuen Beutel B (durchsichtiger PE Release-liner) auf dem Basis Beutel A erreicht. Außerdem ist klar erkennbar, dass der neue Versandtaschen-Untergrund sehr viel schlechter ist, als der alte Versandtaschen- Untergrund. Damit ist der neue Beutel / PE-Untergrund nicht geeignet für eine Klebung!

„Wir haben die Lösung! Die intensiven Nachforschungen haben sich gelohnt. Informieren wir sofort den Klienten!“

Die Täter konnten überführt werden!

Das Hauptproblem war die andere Oberflächenbeschaffenheit der neuen Versandtüte B verglichen mit der älteren Tüte A. Die Oberfläche der neuen Tüte konnte generell nicht geklebt werden. Der Grund hierfür lag in der Beschaffenheit/Herstellung dieser neuen Tüte.

Ein weiteres Problem stellte der metallisierte PET Release-liner dar. Der silberne Streifen wurde antihaftbeschichtet, z.B. silikonisiert. Das überschüssige Antihaftmittel verschmutzte den aufgetragenen Klebstofffilm. Somit verschlechterte sich die Klebung, da nicht mehr die komplette Klebefläche zur Haftung zur Verfügung stand.

Es wurde dem Kunden empfohlen, zurück in Richtung des Beutelmodell A zu wechseln. Der Kunde setzte die Empfehlung um und die Rezeptur des Basisbeutels wurde entsprechend angepasst. Seit der Umstellung können wieder Tausende von Versandbeuteln sicher verschlossen die Ware zu den Empfängern transportieren.

„Watson Greif und Sherlock Ditze lehnten sich zufrieden an den Labortisch. Das war ein kniffliger Fall. Dem Verdächtigen konnte erst nach vielen Tests die Schuld am Versagen der Klebung nachgewiesen werden. Doch die Übergabe des Abschlussberichtes an den Klienten war jede Mühe wert gewesen. Dieser würde in Zukunft die Dienste der BÜHNEN Detektiv-Agentur weiterempfehlen…“

 

Sie brauchen die Hilfe von unseren Detektiven?