Chronik

Die Spezialmaschinen

Die Spezialmaschinen waren begehrte Exportobjekte als der bilaterale Tausch von Waren und Produkten zunehmend den multilateralen Außenhandel ersetzte. Das Lieferprogramm umfasste auch weiterhin vor allem Maschinen für die Polstermöbelindustrie und handwerklich tätige Polsterer.

Einer der Mitarbeiter der Anfangsjahre war Georg Lehmkuhl (1906–1986), der 1932 in der Werkstatt Am Deich begann und bis zum Eintritt in die Rente 1975 im Unternehmen Bühnen tätig war.

Heinz Bühnen wird Lehrling

Unter der Anleitung von Georg Lehmkuhl lernte Heinz Bühnen 1934/35 die wichtigen Dinge des Lehrlingslebens: »… zum Frühstück Zigaretten kaufen oder auch Bier und Milch holen, aber das hat mir nicht geschadet«
(Heinz Bühnen).

 

Werkstatt "Am Deich 100"

Dem wachsenden Ansehen entsprach 1932 der Umzug der Familie Bühnen und des Büros aus der Neustadt an die Obernstraße 47, einer repräsentativen Adresse an der Hauptstraße mitten im Zentrum Bremens. Die Werkstatt richtete Bühnen in einer ehemaligen Tischlerei Am Deich 100 ein. Es wurden unter anderem Maschinen für die Kaffeeröstereien und Spezialmaschinen für die Polstereibetriebe gebaut und instandgesetzt.

Matratzenfüllmaschinen

Aus der kleinen handwerklich betriebenen Werkstatt wurde ein Fabrikationsbetrieb mit mehreren Mitarbeitern. Da mehr Raum für die Produktion benötigt wurde, erfolgte 1929 der Umzug in ein größeres Gebäude an der Osterstraße 29.

Über die Auftragsarbeiten lernte Heinrich Bühnen den in der Nachbarschaft ansässigen Drahtmatratzenhersteller Heinrich Kerker, am Neustadtswall 61 b, in Bremen, kennen. Kerker ließ bei ihm 1929 eine amerikanische Matratzenfüllmaschine nach deutschem Standard umbauen. Für die Füllung der Matratzen wurde gezupftes Material, wie Wolle, Seegras oder andere Pflanzenfasern, verwendet, das auf einer Art Tablett in einen Jute- oder Leinensack geschoben wurde. Auch die Zupfmaschinen baute Bühnen.

… Eiergerichte – morgens, mittags, abends

In jenen ereignisreichen, von der Begeisterung für alles Neue, für Ideen und Initiative, dominierten Tagen, meldete Heinrich Bühnen am 3. September 1928 eine eigene Maschinenschlosserei an der Großen Johannisstraße 227 als Gewerbe an und legte damit den Grundstein für den in kurzer Zeit erfolgreich wachsenden Fabrikationsbetrieb.

Auf einer gebrauchten Drehbank führte er zunächst Reparaturen aus. Es sprach sich herum, dass der Tüftler auch komplizierte Aufgaben zu lösen verstand. Neben den üblichen Maschinenbauarbeiten spezialisierte er sich auf Sonderanfertigungen, wie Kaffeeröst-, Kaffeesortier- und -wiegegeräte, auch pneumatische Kaffeetransportanlagen sowie Werkzeugmaschinen, zum Beispiel für die Holzmodellherstellung, und Torfaufbereitungsmaschinen.