Raupendüsen

Kegeldüse, Rohrdüse, Düsenkegel mit Kapillar, Rundrohrdüse, Flachrohrdüse, Raupendüse – Die Namen sind vielfältig.

Im Prinzip passiert bei allen Raupendüsen das Gleiche: Eine Klebstoffraupe wird ausgeformt. Wie gesagt, im Prinzip – Die Realität ist wesentlich vielfältiger.
Alle Handgeräte und Auftragsköpfe brauchen zum Aus- bzw. Auftrag des Klebstoffes eine Düse. Die Auswahl der Düse richtet sich nach der Anwendung, eingesetztem Schmelzklebstoff und Auftragsart.

Aufbau einer Düse

Zur Austrittsöffnung der Düse verjüngt diese sich. Daraus ergibt sich häufig eine Kegelform. Bei einer Düsenöffnung wird ein Innen – und Außendurchmesser angegeben. Der Innendurchmesser bestimmt die Austragsmenge des Schmelzklebstoffes.

Richtlinie: Kleiner Durchmesser – weniger Klebstoff, großer Durchmesser – mehr Klebstoff.



Als groß wird ein Durchmesser bezeichnet, der 3,0 mm hat.
Schema einer Kapillardüse

Kleine Durchmesser unter 0,5mm können kritisch sein! Bei der Arbeit mit kleinen Durchmessern muss daher ein Hot Melt verarbeitet werden, der eine niedrige Viskosität hat. Häufig braucht es einen hohen Druck um eine gute Arbeit zu fahren. Dieser erhöhte Druck lässt sich nur mit einer entsprechenden Schmelzklebstoff-Tankanlage einstellen.

Bei so kleinen Durchmessern braucht die Düse auch einen vorgelagerten Filter, der die Gefahr einer Verstopfung verringert. Zum Schutz kann ein Kopffilter oder ein Schlauchfilter verbaut werden.

Aufbau einer Klebstoffanlage
Beispiel für den Aufbau mit Filtersieb In-Line Serie B 100Mesh


Für ein besseres Abrissverhalten des Schmelzklebstoffes enthalten einige Düsenmodelle einen Kapillareinsatz. Kapillare sind Röhrchen mit einem kleinen Innendurchmesser und einer dünnen Wandstärke.

Kapillardüse
Düsenkegel mit Kapillar für pneumatische Schmelzklebstoffpistolen

Je dünner die Wandstärke, desto besser der Fadenabriss.



Zum Schutz der Kapillare und der Düsenspitze sind einige Modelle mit einem Kragen ausgestattet.

Werkstoffe: Messing und Edelstahl

Stahl, Edelstahl, Aluminium und Messing kommen in der Düsenfertigung als Material zum Einsatz. Stahl, Aluminium und Kupferwerkstoffe haben ihre Vor- und Nachteile.

Als Beispiel: Messing ist eine goldfarbene Legierung aus Kupfer und Zink. Mit den Mischungsverhältnissen variiert die Farbe des Messings von goldorange bis hellgelb.

Messing bietet sich mit seiner sehr guten Wärmeleitfähigkeit von 120 Watt (W/(m*K) als Düsenmaterial an. Somit kann eine ausreichende Temperatur für den Klebstoffauftrag erhalten werden. Allerdings ist Messing nicht verschleißbeständig, auch weil das Material relativ weich ist. Diese Düsen werden daher hauptsächlich bei Handgeräten oder Stickpistolen eingesetzt.

Edelstahl ist härter als Messing und demzufolge belastbarer. Die Wärmeleitfähigkeit ist mit 15 Watt (W/(m*K) vergleichsweise gering. Wegen der schlechten Leitfähigkeit sind Düsen aus diesem Material daher kürzer als Messingdüsen. Edelstahldüsen werden viel zusammen mit Auftragsköpfen verbaut. Als Isolationsmaterial für die Düse werden bei einigen Varianten Silikonmäntel auf den Edelstahlkörper aufgesetzt.

Verschleiß der Düse

Düsen sind Verschleißteile. Für einen sauberen Auftrag sollten sie regelmäßig von Klebstoffresten gereinigt werden. Wenn z.B. die Raupe aus dem Auftragskopf nicht mehr gerade ist, ist es an der Zeit die Düse zu ersetzen.
Verschleiß an der Innenbohrung entsteht durch das „Auswaschen“ durch den Schmelzklebstoff. Von außen wird die Düse durch Kontakt mit dem Materialien abgerieben. Wie Schmirgelpapier wirken als Beispiel Papier oder Kartonagen auf die Ränder der Düse.
Bei Handpistolen, welche mit Kontakt zum Material geführt werden, lässt sich nach längerem Gebrauch, anhand des Verschleißes sogar die Lieblingsauftragsrichtung erkennen.
Abgenutze Düse
Raupendüse HB 220 neu
Abgenutze Düse
Raupendüse HB 220 schräg abgeschliffen