Chronik

Sprayauftrag wird patentiert
1979 erfand das Trio Franz Hartmann, Alfred Böttcher und Carl Siegmann das zu der Zeit revolutionäre Verfahren, Schmelzklebstoffe zu sprühen, das zum Patent angemeldet wurde (Patentschrift DE 2924174C2 vom 15. Juni 1979). Spezielle Düsen ermöglichten einen kontaktfreien und äußerst wirtschaftlichen Sprühauftrag, auch auf großen Flächen. Für dieses Verfahren wurden Schmelzklebstoffe auf Polyolefinbasis und Haftschmelzklebstoffe entwickelt, die vor allem in der Bauindustrie und im Automobilbereich verwendet wurden.

Die erste Stick-Pistole im deutschen Markt
1976 brachte Bühnen die erste Stickpistole unter dem eigenen Produktnamen HB 100 auf den deutschen Markt. Das von der französischen Firma Sofragraf (einem Tochterunternehmen der SENCO-Gruppe) bezogene Grundmodell wurde bei Heinrich Bühnen KG modifiziert. Eine spätere Sonderform war die HB 101 mit Kabelführung.
Die Schmelzklebstoffe für die Geräte wurden bei Bühnen entwickelt und produziert: neben 42 Millimeter-Patronen aus PO-Klebstoff (PO = Polyolefin), für die Bauindustrie der erste Stick in Kerzenform sowie Granulat aus EVA-Klebstoff (EVA = (Ethylenvinylacetat Copolymer) für die Verpackungsindustrie.

Vom Klebecolt zu umfassenden Klebstofflösungen
Der technisch interessierte und Innovationen gegenüber aufgeschlossene Heinz Bühnen ergänzte das Spektrum der Unternehmensgruppe Bühnen in den 1970er Jahren um einen weiteren Geschäftszweig: die Schmelzklebstofftechnik (Schmelzklebstoffe und Geräte).
Bei einem Messebesuch in den Vereinigten Staaten hatte er 1975 den Klebecolt, eine Handklebepistole entdeckt und als zukunftsträchtiges Verfahren der Befestigungstechnik erkannt. Begeistert von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (Floristik, Dekoration, Verpackung, Bau, Elektronik, Automotive) übernahm er den Vertrieb von Schmelzgeräten und Klebstoffen. Die Geräte wurden für den deutschen Standard auf 220 Volt umgebaut.

Vom Einzelunternehmer zur Firmengruppe
50 Jahre Heinrich Bühnen KG: 1972 feierte die Firma Heinrich Bühnen KG das 50-jährige Jubiläum. 101 Vertreter der Handelskammer Bremen, Kunden und Lieferanten gratulierten.
Im selben Jahr nahm Heinz Bühnen gesellschaftsrechtliche Veränderungen vor: Die Bühnen Produktions- und Beteiligungs-GmbH wurde persönlich haftende Gesellschafterin der Heinz Bühnen KG. Ilse Bühnen schied als Kommanditistin aus. Heinz Bühnen und Wilhelm Stern übernahmen die Geschäftsführung. Stern war am 1. Januar 1971 als Kommanditist in die Heinz Bühnen KG eingetreten.

Filialen in Süddeutschland
1970 erhielt Carl Siegmann Prokura für die DSI und übernahm die Leitung der Konstruktionsabteilung. Er meldete etliche Patente an, unter anderem für das Autofire-J-Gerät, auf dessen Grundprinzip alle folgenden automatischen Klammer- und Nagelgeräte basierten.
Aus den Vereinigten Staaten kam in jenen Jahren die Idee des Fertighausbaus, der »Mobile Homes«, nach Europa. Da sich die Hersteller von Fertighäusern vor allem in Süddeutschland ansiedelten und dort auch viele Kunden der Möbelindustrie ihren Sitz hatten, gründete Bühnen dort Filialen für den Verkauf von Geräten und Befestigungsmaterial.

